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Österreich ist mit 46% Waldfläche ein Waldland, das Waldbewusstsein ist aber sehr gering in der allgemeinen Öffentlichkeit. Für den Großteil ist der Wald nur ein angenehmer Freizeitraum den man jederzeit benutzen kann, wem er gehört oder wer dafür verantwortlich ist, dafür fehlt schon wieder das Interesse. Ich glaube nicht, dass ich mit dieser Seite die Welt verändern werde, hoffe aber, dass die Besucher dieser Homepage dazu angeregt werden, den Wald und seine Bewohner auch aus anderen Blickwinkeln zu sehen. Waldbauern denken langfristig, in der heutigen kurzlebigen Zeit sieht es aus als wäre dies fehl am Platz. Die medialen Reaktionen auf die Stürme des Herbstes 2002 haben dies vorgeführt. Nachdem das Orkantief "Jeanette" Ende Oktober relativ wenig Sturmschäden (außer in meiner letzten Auflichtung) anrichtete, hat man der österreichischen Forstwirtschaft ein gutes Zeugnis ausgestellt. Als drei Wochen später der Föhnsturm "Uschi" wütete und rund 3,5 Mio Festmeter geworfen hat, haben die medialen Besserwisser erklärt, dass wir waldbaulich alles verkehrt gemacht haben. Innerhalb von 3 Wochen? Tatsache ist, dass der Föhn ein "verkehrter" Wind ist und größtenteils Bestände geworfen wurden die als naturnah eingestuft wurden. Tatsache ist aber auch, dass durch das industrielle Denken viele waldbauliche Fehler gemacht wurden die aus heutiger Sicht ökologisch sinnlos erscheinen. Wie soll nun ein sogenannter "Umweltjournalist" wie Mark Perry von der Kronen-Zeitung jetzt das "Richtige" über den Wald schreiben, wenn nicht einmal die Forstwirtschaft einig ist darüber was gut und richtig ist. Vom modernen Waldmanager, bei dem jeder Baum sein Preispickerl drauf hat, bis zum an seinem Wald total desinteressierten Bauern ist alles im Bereich Forstwirtschaft vertreten. Wer die besten Verbindungen zum Journalisten hat, dessen Meinung wird geschrieben, denn wie soll der den überprüfen ob das richtig ist was ihm zugetragen wurde? Was in der Öffentlichkeit kaum registriert wird, sind die Kostenbelastungen einer umsichtigen und nachhaltigen Waldbewirtschaftung. Biologisch abbaubares Motorsägenkettenöl aus Raps ist teurer als herkömmliches mineralisches Schmieröl. Umweltfreundliches und weniger gesundheitsschädliches Motorsägengemisch ist mehr als doppelt(!) so teuer wie normales Gemisch. Seit ich mich 1989 ganz auf die Forstwirtschaft verlegt habe, hat sich der Holzaufwand für Diesel und Sozialversicherung verdoppelt, für Arbeitskosten, wie Mechaniker oder Handwerker, sogar fast verdreifacht. Zum aktuellen "Gejammere" der Holzindustrie:
Ausgehend vom Rundholzpreis von 1990 mit durchschnittlich Euro 80,- für Fichte
A/B würde der aktuelle Preis bei einer jährlichen Steigerung von 2% knapp
Euro 110,- betragen, bei 3%iger Steigerung sogar Euro 128,-!!
Das derzeitige Angebot der Sägeindustrie liegt ungefähr bei Euro 75,-. Die Kosten steigen eindeutig schneller als der Wald wächst! Die gewünschte oder gar geforderte Nachhaltigkeit wird immer mehr zur Belastung. Wer, so wie ich, sein Holz selber weiterverarbeitet um den Holzeinschlag zu senken, oder auch, wie in diesem Jahr den Holzmarkt zu entlasten, dem wird dies als land- und forstwirtschaftliche Nebentätig angerechnet und damit steigt der Sozialversicherungsbeitrag, obwohl das Umsatzvolumen gleich bleibt. Ich halte das für Bestrafung der Nachhaltigkeit! Wer einen Kahlschlag nach dem anderen macht, notdürftig und gefördert aufforstet um dem Gesetz genüge zu tun, der ist finanziell zur Zeit besser dran. In manchen Großforstbetrieben scheinen die Wirtschaftsführer so zu agieren, dass es sich bis zu ihrer Pensionierung noch ausgeht und "hinter mir die Sintflut". Ist es aber wirklich der Sinn der Sache? Mediale Manipulationen Eine für mich gewaltige Umweltbelastung stellt der Flugverkehr dar. Wer unternimmt dagegen etwas? Umweltschutzorganisationen und Grüngruppierungen halten sich sehr bedeckt zu diesem Thema. Ist es wirklich notwendig, dass man zu jeder Zeit an jedem Ort hinfliegen muss? Das Foto zeigt einen an und für sich schönen Sonnenaufgang, wenn nicht die vielen Kondensstreifen den Himmel schon am Morgen trüben würden. Glaubt man wirklich das der Dreck oben bleibt und niemanden schadet?
Von folgendem Leserbrief wurde mehr als die Hälfte gestrichen und mit
dem Titel Die Globalisierungswalze als Herausforderung (10.03.2006)
In seiner Artikelserie
"Aufwachen Europa" schrieb Kurt Seinitz über "Die Globalisierungswalze: Was
tun?". Darin war auch das Rezept für die Zukunft vom
Globalisierungspatriarchen Lee Kuan Yew für Europa enthalten: Weniger
Urlaub, länger und härter um´s gleiche Geld arbeiten, sowie mehr in
Forschung und neue Technologien zu investieren. Dazu passt auch die
ORF-Teletextserie "Kein Faulbett mehr" über die Absicherung des
Sozialstaates nach skandinavischen Modellen.
Ich sehe die Globalisierungswalze nicht als Bedrohung
sondern als Herausforderung die es zu lösen gilt. Es muss sich was ändern,
damit es einigermaßen so bleibt wie es ist. Es geht aber nicht nur darum
mehr und besser zu arbeiten, sondern darin auch einen Sinn zu sehen. Um die
Aufgaben für die Zukunft zu lösen muss sich auch das Bewusstsein darauf
einstellen, mehr arbeiten ohne einen Sinn für sich zu sehen bringt Frust
statt mehr Leistung. Es muss uns auch bewusst werden was wir wollen und was
wir können. Die beiden asiatischen Riesen China und Indien haben sicher auch
ihre Bedürfnisse nach dem was wir haben und können. Unsere bisher schon
erfolgreichsten Branchen Tourismus und Holzwirtschaft bieten hier schon den
ersten Ansatz, in punkto Umwelttechnologie sind wir ebenfalls voll dabei und
hier bieten sich sicher die größten Chancen. Was hilft den Riesen der
Fortschritt wenn durch die dramatischen Umweltbelastungen die allgemeine
Lebensqualität bedroht ist.
Wie groß unsere Chancen sind, zeigt uns das Modell
"Güssing". In der Region Güssing wurden seit dem Umstieg auf erneuerbare
Energien rund 900 Arbeitsplätze geschaffen. Von der Bewirtschaftung
regionaler Ressourcen durch die Bauern bis zur Erforschung und
Entwicklung erneuerbarer Energieträger werden hier alle Möglichkeiten
ausgeschöpft. "Wir haben keine Bodenschätze wie Gold und Diamanten, aber wir
haben Holz und Hirn", so wurde Industriellenpräsident Veit Sorger in der
KRONE einmal zitiert, wenn wir diese beiden Grundlagen mehr in unser
Bewusstsein rücken, haben wir die besten Chancen die Herausforderungen der
Zukunft zu meistern. Mit unserem Wald haben wir bei entsprechender
Bewirtschaftung einen dauerhaften Rohstofflieferanten und wir haben auch das
Know How wie man die Wertschöpfung damit erhöht. Die einzige Sorge die ich
habe, ist die übertriebene Bürokratie, die uns jetzt schon wie ein Klotz am
Bein hängt. Hier ist die Politik gefordert jene Menschen zu fördern und
weiter zu motivieren die arbeiten können und wollen.
Ihr kritischer Waldbauer Gschoada
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